Kaufberatung für Saab 900 Bj 1978 bis 1993

Allgemein Lob und Tadel:
+ sehr gute Verarbeitung
+ zuverlässing auch mit sehr hohen Laufleisungen
+ auch als Turbo ausgereift und unproblematisch
+ großer Kofferraum
+ gute Straßenlage
+ Elektrohydraulisches Verdeck beim Cabrio
+ Das Cabrio ist Wintertauglich durch mehrfach isoliertes Verdeck und Glasheckscheibe mit Hechscheibenheizung
+ gute Ersatzteilversorgung
+ einer der wenigen großen 4 sitzigen Cabrios seiner Zeit
+ alle 16 V Modelle sind auf EURO 2 umrüstbar günstige Steuer 147,- euro/Jahr und erhalten die grüne Feinstaubplakette
+ sehr günstig in der Haftpflicht-/Kaskoversicherung
+ gute Ausstattung
+ sehr Wertstabil
o der Benzinverbrauch ist moderat zwischen 8,5 und 11,5 l/100 km
- Cabrio Eingeschänkte sicht nach hinten
- Immernoch hoher Preis
- Cabrio bei hohen Geschwindikeiten doch recht laut
- enger Raum auf den Rücksitzen
Allgemein: schick, praktisch und zuverlässig - und einfach etwas anders !
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Der alte Saab 900 beweist, daß sich das Besondere lohnen kann. Das ungewöhnliche Aussehen und die innovative Technik dieses Fahrzeugs ziehen Käufer an, die es individuell lieben. Aber die Andersartigkeit verlangt kein Opfer an Nutzwert - ein riesiger Kofferraum, gute Straßenlage mit ganzjahrestauglichem Frontantrieb und ausgezeichnete Verarbeitung führen dazu, daß gute gebrauchte 900er immer eine Nachfrage finden.
Vergleichsweise harte Federung und etwas enger Raum auf den Rücksitzen sind die einzigen Nachteile.
Foto: forum-auto.de |
Die Saabs vor der Turbo-Ära waren solide Mittelklasse mit viel zugekaufter und nicht sonderlich aufregender Technik. Aus der Masse heraus standen nur die fortschrittliche Aerodynamik der Modelle 92 bis 96, manche etwas schrulligen Details, die für Winter und Schlechtwetter ausgelegte Konstruktion und Serienausstattung und der in Deutschland heftig teure Listenpreis auf dem Niveau der etablierten deutschen Konkurrenz.
Das änderte sich mit dem Modell 99 Turbo im Jahre 1977. Eigentlich war der Turbomotor bei Saab aus der Not geboren: Der Markt forderte stärkere Motoren, die bei Saab aber weder in der Entwicklung noch in der Fertigung das schmale Budget der geringen Stückzahlen sprengen durften. Im Unterschied zu den Aggregaten der Turbofahrzeuge anderer Hersteller bekam Saab den Turbomotor auf Anhieb alltagstauglich und standfest hin - das Modell wurde zu einem Kultfahrzeug. Ende der siebziger Jahre konnte man kaum eine coolere Sportlimousine kaufen als den 99 turbo !
1978 debütierte der Saab 900 als Weiterentwicklung des Saab 99 und war auch mit der Turbomaschine zu haben. Der Ruf des Vorgängers übertrug sich auf dieses Modell. Der Vorderwagen bis zur A-Säule war verlängert worden, die Fahrgastzelle und das Heck der praktischen "Combicoupé"-Karosserie wurden fast unverändert übernommen. Mit wenigen äußerlichen Änderungen, aber vielen Weiterentwicklungen im Detail wurde der 900 bis 1993 als moderner Klassiker gebaut. Auch heute bieten gebrauchte Saab 900 enorm viel für's Geld - neben handfestem Gebrauchswert vor allem eine Aura des Besonderen.
Nachteilig am 900 sind die möglichen hohen Kosten für Teile und Reparaturen. Deshalb ist es sinnvoll, die Betriebskosten in einem vernünftigen Rahmen zu halten, indem man bei Problemen einen unabhängigen Spezialisten mit gutem Ruf aufsucht. Durch die etwas sprunghafte Vertriebspolitik haben viele aktuelle Händler und Saab-Zentren ihren Vertrag erst nach der Zeit des alten Saab 900 erhalten - deren Mechaniker kennen sich daher nicht so sehr mit diesen Fahrzeugen aus.
Die große Mehrheit der angebotenen Fahrzeuge hat über 200.000 km auf dem Tacho. Das muß im Unterschied zu anderen Fabrikaten nichts bedeuten, denn Saab 900 erreichen hohe Laufleistungen - auch Autos mit hohem Kilometerstand kann man mit Vertrauen auf weiterhin anhaltende Zuverlässigkeit kaufen. Dazu muß man aber ein Auto wählen, das gepflegt wurde und ein vollständiges Scheckheft aufweist - und auch weiterhin die Wartung in den vorgesehenen Intervallen weiterführen. Ungepflegte und vernachlässigte Exemplare sollte man unbedingt vermeiden, wenn man kein Risiko eingehen kann oder will.
Die Modelle und Motoren
Mechanik
Mechanisch sind die Autos sehr haltbar konstruiert und qualitativ, aber wenn es Probleme gibt, können sie teuer sein. Bei guter Wartung erreichen viele Fahrzeuge gigantische Laufleistungen jenseits der 300.000 km ohne große Probleme.
Motoren
Der Motor im Sab 900 hat bis auf die erwähnte Ausnahme 2 Liter Hubraum, der sich auf vier Zylinder verteilt. Er ist längs eingebaut und um 45 Grad zur Beifahrerseite geneigt, hat einen Graugußblock und einen Zylinderkopf aus Aluminium. Die Kupplung sitzt in Fahrtrichtung vorne, die Steuerung der Ventile erfolgt über eine Kette. Im Laufe der langen Bauzeit wurden vom Motor verschiedene Ausführungen entwickelt.
Die ersten Modelle des Saab 900 waren zumeist mit einem Ein- oder Doppelvergasermotor ausgerüstet, der ohne Katalysator auf 100 bzw. 108 PS kommt. Diese Autos sind in Deutschland weitgehend ausgestorben, die verbliebenen Exemplare sind Liebhaberautos, die sich einer normalen Gebraucht- und Gebrauchswagenbewertung entziehen. Einige der Vergasermodelle haben eine Nachrüstung mit G-Kat erhalten, die über den 1. Deutschen Saab-Club zu beziehen ist.
Der Saab 900i mit 2,0 8 Ventilen und K-Jetronic 85 kW / 115 PS, ab etwa 1985 auch mit geregeltem Katalysator und 81 kW / 110 PS erhältlich ist ein tapferes Arbeitspferd und ist in allen geschlossenen Karosserieformen zu haben - außerdem ist er die billigste Möglichkeit, Saab 900 zu fahren. Allerdings ist der Verbrauch mit 9-12 l/100 km Normalbenzin relativ hoch. Dafür ist die Zugänglichkeit aller Komponenten gut und die Servicefreundlichkeit auch für Selbermacher am besten.
Alle Motoren sollte man auf rasselnde Steuerketten und laute Stößel überprüfen. Bei Turbo und Softturbo sind Risse im Krümmer an der Tagesordung, sobald es sich nur um Harrisse handelt und kein Abgase austerten ist das kein Problem, ansonsten ist der Krümmer aus zu tauschen was nicht ganz billig ist, eine Reparatur durch Schweißen ist meist nicht von Dauer.

Ein guter Gleichlauf und wenig Ölverlust und nicht ausgeschlagene Motorlager sind von Vorteil.
Die 2,0 Tubo 8V (Achtventiler) 107 kW / 145 PS ohne Ladeluftkühler, 110 kW / 150 PS mit Ladeluftkühler (114 kW / 155 PS auf anderen Märkten) und 103 kW / 140 PS mit Ladeluftkühler und G-Kat. Ganz frühe Versionen ohne APC (Ladedruckregelung per Klopfsensor) mit ebenfalls 107 kW / 145 PS dürften weitgehend ausgestorben sein. Bauzeit der 8V turbos bis 1989.
Der 900i 16V 2,0 Liter mit 93 kw / 126 PS bei 6000 U/min und Max. Drehmoment von 170 Nm bie 3000 U/min (Motorbezeichnung B202) ist eine gute und unproblematische Motorisierung für den Saab 900 aber leider auch etwas durchzugsschwach aber ausreichend. Bauzeit von 1988 bis 1993
Es gab den selben Motor auch mit 2,1 Liter 16V Hubraum und 100 kw / 136 PS bie 6000 U/min Max. Drehmoment von 175 Nm bie 2900 U/min (Motorbezeichnung B212) .

Diese Sechzehnventiler-Saugmotoren dürften als gute Allround-Motorisierung gelten aber unwesendlich kräftiger als der 2,0 liter. Da der Motorblock nicht neu konstuiert wurde und nur die Bohrung von 90 mm auf 93 mm erweitert wurde, sind die stege zwischen den Zylindern dementsprechend kleiner was gelegentlich zu problemen mit der Zylinderkopfdichtung führen kann. Bauzeit von 1991 bis 1992
Der Softturbo 16V 2,0 (Motorbezeichnung B202) oder Light Pressure Turbo (LPT) kam ohne APC und Ladeluftkühler auf 104 kw / 141 PS bei 5600 U/min Max. Drehmoment von 202 Nm bei 3800 U/min. Meiner Meinung nach ein echter Rückschfritt, weniger Leistung ohne Minderverbrauch gegeüber dem 16V Vollturbo. Der Saab 900 wurde vom 1990 bis 93 oft als softturbo verkauft daer erheblich günstiger war. So hat ein Softurbo Cabrio 104 kw laut Liste 1992 in der grundausstattung 57.800,- DM gekostet und ein Vollturbo Cabrio 118 Kw 74.800,- DM. Wer den technischen unterschied kennt kan diesen preissprung nur mit der damaligen Saab Preispolitik begründen. Der Sotturbo solte die Lücke zwischen dem 2,1 100 kw und den Vollturo 118 kw schließen. Der Softturbo hat den selben Turbolader wie der Vollturbo der aber nur mit einem Ladedruck von max. 0,45 bar betrieben wird um ohne APC Regelung nicht an die Klopfrgrenze zu kommen. Der Vollturbo hat wesendlich höheren Ladedruck von max 0,75 bar der aber vom APC System kontinuierlich geregelt wird. Das APC System misst mit einem Klopfsensor ob der Motor den Ladedruck verträgt und regelt den Ladedruck zurück wen der Motor am die Klopfgrenze kommt. Eine echte Lebensversicheung für den Motor. Im übrigen ein Sytem das zur zeit wieder von der Automobilwerbung/-bau aufgenommen wird.
Es ist möglich, einen Saab 900 Softturbo auf den technischen Stand des Vollturbo-Modells aufzurüsten. Tip zu dem umbau auf Vollturbo unter
. Der fehlende Ladeluftkühler führt natürlich auch zu einer stärkeren termischen Belastung bei Minderleistung. Zusätzlich haben die Softturbos ein kürzer übersetztes Getriebe, der Motor hat eine höhere Drehzahl bei gleicher Geschwindikeit wie beim Vollturbo. Tip zu den getriebeübersetungen unter
. Bauzeit Softturbo von 1990 bis 1993.

Wer auf gute Fahrleistungen wert legt, ist mit den Vollturbos am besten bedient, Der 2,0 16 V Turbo kam auf 129 kW / 175 PS ohne Katalysator und 118 kW / 160 PS mit Katalysator bei 5500 U/min Max. Drehmoment 255 Nm bei 2800 U/Min (Motorbezeichnung B202) bauzeit von 1984 bis 1993. Darüber hinaus gab es vom Werk erhältliche, auch nachrüstbare Tuningstufen bis 136 kW / 185 PS. Alle Turbos sind eher nach dem alten Schlag mit zähem Turboloch und heftigem Schub ab etwa 2.500 bis 3.000 Umdrehungen - was dem Fahrspaß nicht abträglich ist, wenn man nicht gerade eine eng gewundene Serpentinenstrecke befährt. Dann befindet man sich immer irgendwie im falschen Gang. Allerdings beansprucht das hohe Drehmoment sowohl die Kraftübertragung als auch die Vorderreifen sehr stark. Der Benzinverbrauch bei den Turbos ist sehr abhängig von der Fahrweise und liegt zwischen 8,5 und 14 l/100 km, wobei auch hier die Achtventiler mehr Benzin brauchen als die moderneren Sechzehnventiler.
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Schwachpunkt bei den alten Ölpumpen ist das nur ein Mitnehmer vorhanden ist. Gelegentlich kommt es zu abnutzung des Mitnehmer und somit zum ausfall der Ölpumpe. Neue Ölpumpen haben 3 Mitnehmer. Ein punkt der nicht so einfach zu überprüfen ist. |
Das Getriebe Kupplung

Eine Ausnahme ist das Getriebe - die Achillesferse des Saab 900, zumindest in den stark motorisierten Versionen. Die Grundkonstruktion des Getriebes war Viergang, für die 80 PS des ersten 99 vorgesehen und damit auch sehr haltbar. Deshalb haben die meisten Saab 900 um die 200.000 km eine mehr oder weniger tiefgreifende Getriebeüberholung nötig. Die ersten Anzeichen sind ein heulendes Geräusch ähnlich wie ein singendes Differential bei Landstraßentempo. Wenn man das auch im dritten Gang hört, ist der Schaden schon fortgeschritten. Wenn man früh genug dran geht, reicht es die Kegelradlager auszutauschen, aber dazu benötigt man fette 13 Stunden Arbeit und der Motor muß ausgebaut werden. Ein komplettes Austauschgetriebe von Saab kostet über 3000 Euro. Etwas mißtrauisch sollte man werden bei überholten Getrieben. Eventuell wurde für den Verkauf des Fahrzeugs nur das getauscht, was vollständig verschlissen war und alles andere blieb am Platz. Eine Getriebeüberholung beim Saab 900 ist Vertrauenssache. Es kann nicht schaden, heraus zu bekommen wer die Überholung durchgeführt hat und eventuell den Überholer zu befragen. Der 900 hat eine sehr eigentümliche Konstruktion - das Getriebe sitzt unter dem Motor und ist mit dem Differential verblockt. Das Getriebegehäuse bildet gleichzeitig die Ölwanne. Der Antrieb des Getriebes erfolgt von der Kupplung aus über eine Dreifach-Kette, die in den Schmierkreislauf des Getriebes einbezogen ist. Häfigste Mängel sind: schaltet hakelig, Hauptwellenlager macht Geräusche, Gänge springen raus, Ölverlust, Kupplungsgeber und -nehmer oft nicht gewartet. Der Kupplungswechsel ist umproblematisch ca 1,5 Stunden. Tip zum Getriebe unter
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Automatikgetriebe

Das Automatikgetriebe (Borg-Warner) ist ebenfalls unter dem Motor eingebaut. Durch die engen Platzverhältnisse hat es nur 3 Gänge und keine Wandlerüberbrückung. Das ist weder den Fahrleistungen noch dem Benzinverbrauch dienlich - es rechtfertigt keinen Aufpreis, eher im Gegenteil. Turbomotor mit Automatikgetriebe sollte man vermeiden, denn mit dem enormen Drehmoment ist der Selbstschalter deutlich überfordert und quittiert vorzeitig den Dienst. Ein Umbau auf Schaltgetriebe ist möglich, aber ziemlich arbeitsintensiv; ein handgeschaltetes Schlachtfahrzeug aus ähnlichem Modelljahr sollte zur Verfügung stehen.
Modelljahre und Facelift
Gelegentlich anzutreffen und von der Technik dem Saab 900 sehr ähnlich sind die letzten Modelle des Vorgängers Saab 99 bis 1983/84 und der als Übergangs- und Einstiegsmodell gebaute Saab 90 von 1984/85. Es handelt sich bei letzterem effektiv um einen Saab 99 mit dem 900 Sedan-Heck. Ein Tip für Liebhaber von Oldtimern ist beim Saab 900 das Baujahr 1979 und teilweise 1980, da hier noch der alte B-Motor verbaut wurde (danach: H-Motor). Die Autos unterscheiden sich auch in sehr vielen Details von den späteren Baujahren: Radstand, Vorderradaufhängung, Außenspiegel, Armaturen und Innenausstattung sowie Zierleisten und Grill. Solche Teile sind selten geworden und finden sich am ehesten auf skandinavischen Schrottplätzen, während so gut wie alle Verschleiß- und Serviceteile weiterhin lieferbar sind.
Zum Modell 1987 wurde das einzige größere Facelift am Saab 900 vorgenommen. Die Stoßstangen ragen nicht mehr kantig in den Fahrtwind, sie wurden gerundet und gehen vorne in die Frontschürze über. Die Scheinwerfer wurden angepaßt und unten nach vorne gekippt. Das alte Modell wird allgemein "Steilschnauzer" genannt, das neuere Modell passend zu den Scheinwerfern "Schrägschnauzer".
Sicherheit
Sicherheit ist ein echtes plus, Saab hat schon immer einer der sichersten Autos gebaut, das gilt auch besonders für das Saab 900 Cabrio, der verstärte fFrontscheibenrahmen dient als Überrollbügel, die Bremsen sind sehr gut und serienmäsig innenbelüftet auch beim Sauger ab Bj 1988. Technisch markiert das Modelljahr 1988 einen Schritt nach vorne. Neue Achsen mit Handbremse hintern, bessere Bremsen mit sereinmässig innenbelüfteten Bremsscheiben. Ab Modell 89 auch mit ABS lieferbar, und ab Modell 92 mit Fahrerairbag, einen Beifaherairbag gab es bei den alten Modellen nie. Der Seitenaufprallschutz in den Türen war immer Serie. Ab 1990 wurde das Programm gestrafft, die Achtventiler-Motoren wurden eingestellt, dafür kam der Softturbo-Motor oft zum Einsatz.
Ausstattung und Extras
Die Basisausstattung beschränkt sich auf Servolenkung, Fünfganggetriebe (in den ersten Modelljahren gab es gelegentlich noch Vierganggetriebe) und meistens Drehzahlmesser sowie Saab-Spezialitäten wie beheizbare Sitze, einen Pollenfilter und Scheinwerfer-Wischwaschanlage. Der 900 hat ein komfortables Interieur und sehr gute Sitze. Vor allem in der "Contour"-Ausführung mit den "Halbkreisen" wurden sie von der Presse oft als die besten Autositze der Welt gelobt. Alle Saab 900 haben eine leistungsstarke Heizung und gute Belüftung. Extras sind in den neueren Baujahren einfacher zu finden: Zentralverriegelung, Schiebedach, elektrische Fensterheber und Metalliclackierung, Lederaustattung und Klimaanlage sind gesucht. Beliebt und gesucht sind weiterhin gut erhaltene Original-Holzarmaturenbretter und Holzlenkräder oder die dreispeichigen "Aero"-Felgen sowie andere Teile aus dem Original Saab-Zubehör-Programm. Zum glück selten und auch nicht beliebt sind Teile von fremdherstellern oder umbauten.
Interieur
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Oft sind die Innenaustattungen der Cabios durch Sonne oder Nässe stärker strapaziert. Das Leder solte nicht hart, gerissen oder abgewetzt sein. Der zustand des Innenraums ist gerade beim Cabrio entscheidend, wird ein Coupe eher als Gebrauchsauto gekauft so ist beim Cabrio der optische Eindruck entscheidend. |
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Gut erhaltenes Leder ist Pflicht für Cabrio-Käufer, aber auch in den geschlossenen Karosserien findet man öfter Lederausstattungen, die sich auch einfach nachrüsten lassen, da es sich nur um die beiden Vordersitze und die Rückbank handelt, alles andere ist gleich wie in den Modellen mit Velourspolsterung. |
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Sitze mit den alten Sitzschienen passen nur bis Bj 1989 ab 1990 gab es neue Sitzschienen, identisch mit denen vom Saab 9000. Eine umrüstung von alter auf neue Sitzschiene ist aus sicherheitsgründen nicht möglich. An stärksten strapaziert bei allen Innenaustattungen ist der Fahersitz auf der einstiegseite. |
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Alte-Sitzschienen bis Modell 1989:
Höhenverstellung des Fahersitzes vorne, umklapp Sitzsperre bei den dreitürigen Modellen unten am Gelenk |
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Alte-Sitzschienen bis Modell 1989:
Gurtpeitsche ist an der Karosseie in der Mittelkonsole befestigt |
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Neue-Sitzschienen ab Modell 1990 (wie beim Saab 9000):
Höhenverstellung des Fahersitzes seitlich als stufenloser Lift |
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Neue-Sitzschienen ab Modell 1990 (wie beim Saab 9000):
umklapp Sitzsperre bei den dreitürigen Modellen leicht zugänglich seitlich am Sitz |
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Neue-Sitzschienen ab Modell 1990 (wie beim Saab 9000):
Gurtschloss ohne Peitsche am Sitz befestigt |
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Blasenbildung auf dem Handschufachdeckel ist fast immer der fall. |
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Tempomaten waren teilweise sogar serienmäßig, auch hier ist eine Nachrüstung möglich. Blikerhebel und Tempomathebel sind oft ausgeleiert und soten auch in der oberen stellung aretieren. |
Spezielle Modelle

Ein echter Saab 900 16S "Aero" Foto: forum-auto.de
Unter den Turbomodellen ist der 900 Turbo 16S (siehe Foto) am begehrtesten. Er wird auch als "Aero" bezeichnet und war immer das Top Modell der Geschlossenen 900ter. Der Saab 900 16S unterscheidet sich durch ein Tiefergelegtes und strafferres Fahrwerk mit Querstabilisatoren vorne und hinten, dem Airflowkit und den Aerofelgen ab Werk. Er ist immer ein Vollturbo mit minimal 118 KW und ein dreitüriges Coupe. Der Airflowkit bewirkt eine um 5 km/h höhre Endgeschwindigkeit vom 205 Km/h (M92). Das hohe Leistungsniveau spiegelt sich in der reichhaltigen Ausstattung wieder, allerdings waren auch beim Aero-Modell: Klimaanlage, Stahl-Schiebedach und Lederpolster keineswegs Serienausstattung. Die ideale Ausstattung des Saab 900 16S lautet: schwarze Farbe, Leder, Klima. Für guterhaltene und ausgestattete Saab 900 16S werden hohe Preise verlangt und bezahlt.
Manchmal werden Saab 900 Aero mit 104 KW angeboten hierbei handelt es sich in der regel um Softturbos der Baujahre 91bis 93 mit Airflowkit der Optional geordert werden komte, aber nicht um einen echten Aero.
Nachfrage und Preis
Was bei der Immobile die Lage ist, ist beim Klassiker der zustand, also am wichtigsten ist immer der zustand. Der am meisten gesuchte Saab 900 ist der 16S oder Aero am besten in Schwarz mit Vollausstattung Bj 88 bis 93 in guten zustand unter 200.000 km. Die Nachfrage nach Saab Cabrios ist sehr stark - ein echtes Liebhaberauto. Im Unterschied zu den geschlossenen Karosserien gibt es hier öfter auch mal ein Exemplar mit geringer Laufleistung - die meisten Fahrzeuge sind jedoch als Alltagsautos benutzt worden und haben entsprechend ihrem Alter Gebrauchsspuren. Durch den speziellen Status des Cabrios gibt es besonders im Frühjahr viele teure Angebote, bei denen Substanz und Pflegegeschichte des Wagens in keinem Verhältnis zum geforderten Preis stehen. Mit Geduld, Zeit und Hartnäckigkeit läßt sich auch ein solides 900/I-Cabrio zu einem vernünftigen Einstandspreis auftreiben. Für 6.000,- euro bis 10.000,- Euro ist je nach Modell und Zustand ein gutes Cabrio zu bekommen für Topmodelle mit nachgewiesener geringer Laufleitung wesentlich mehr. Sicher sind auch günstigere Exemplare zu bekommen doch meist wir die Ersparnis von nötigen Investitionen aufgezehrt. Hohe Preise werden insbesondere für Cabrios Bj. 93 verlangt, was eigentlich keinen Sinn macht, außer daß ihre Ausstattung (Airbag) wie bei vielen Auslaufserien sehr gut war. Mechanisch sind die Autos sehr haltbar konstruiert und qualitativ sehr gut. Bei guter Wartung erreichen viele Fahrzeuge gigantische Laufleistungen jenseits der 300.000 km ohne große Probleme es gibt also auch gute Saab 900 Cabrios mit mehr als 100.000 km. An Sonderserien gab es die "Monte Carlo Edition" mit gravierter Plakette am Armaturenbrett und knallig gelber Lackierung und die gut ausgestatteten TOP-Modelle mit Softturbo und Airbag Bj. 1993.
Reimporte
Wegen der unterschiedlichen Bewertung der Saab 900 in den europäischen Märkten sind hierzulande auch etliche Fahrzeuge/Cabrios im Umlauf, die aus Südeuropa (insbesondere Italien) importiert wurden. Zum Teil weisen diese Autos keinen geregelten Katalysator auf, der aber mit einem hohen Aufwand nachgerüstet werden kann. Leider ist bei diesen Importautos die Historie von der Laufleistung bis zur Wartungsgeschichte oft unklar und nicht selten zweifelhaft. Auch trifft man hin und wieder auf Exemplare, die schnell mit viel Improvisation für den Verkauf nach Deutschland hergerichtet wurden. Bei den Angeboten läst sich über die Erszulassung nicht zwingend auf das Modelljahr schießen wichtig ist der letzte Buchsten in der Fargestellnummer G = 1986 H = 1987 J = 1988 K = 1989 L = 1990 M = 1991 N = 1992 P = 1993. Hinweise Kaufberatung aus der EU. Es kann sich aber lohnen da manche Italienimporte rostfrei sind, und in Nordeuropa kaum noch rostfreie Saab 900 zu bekommen sind. Technische probleme lassen sich oft besser beheben als Korrisionsschäden. Tip zum kauf aus der EU
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ANSCHAUEN: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist wichtig !
Allgemein
Durch die ungewöhnliche Optik und den hohen Neupreis wurden viele dieser Fahrzeuge neu von Freiberuflern gekauft. Bei manchem gehörte zum Lebensstil das Verludernlassen des Autos. Trotz Erstbesitz muß man die Rechnungen und das Scheckheft also genau studieren - ungepflegte Autos erkennt man aber leicht. Kratzer und Dellen sollte man vermeiden, da eine Reparatur sehr teuer kommt. Leichte Unfallschäden im Frontbereich sind nicht ungewöhnlich, denn die massiven Stoßstangen laden fast dazu ein, auch mal etwas auf Kontakt zu parken und die Länge der Karosserie (länger als der Saab 9000 !) wird vom Fahrersitz aus gerne unterschätzt. Die runderen Stoßstangen ab Modell 1987 sind abhängig von Außenfarbe und Motorisierung lackiert, Kratzer sieht man also um so deutlicher. Leider sind diese Teile ziemlich teuer und gebraucht schwer zu beschaffen - also Obacht. Die eckigen Stoßstangen aus den Modelljahren davor sind dagegen gut verfügbar und gebraucht preiswert zu bekommen.
Karosserie Modelle
Beliebt sind Fünftürer mit den schwächeren Motoren als sicheres Familienauto und gut ausgestattete Dreitürer mit Turbo oder Softturbo sowie Cabrios als Liebhaberautos. Die Limousine (Saab-Bezeichnung "Sedan") ab 1981 mit zwei und vier Türen bietet eine Durchlademöglichkeit, die Rückbank ist genauso wie bei den Heckklappen-Modellen (Saab-Bezeichnung "CombiCoupé") mit 3 und 5 Türen umklappbar. Der Kofferraumdeckel ist aber nicht sehr groß und reicht nicht bis an die Stoßstange herunter wie bei den Drei- und Fünftürern. Der Sedan wurde hauptsächlich für den US-Markt produziert. Auf dem 2-Türer basiert das Cabrio, das sich großer Beliebtheit erfreut.
Karosserie + Rost
Gepflegte Autos weisen unabhängig von Baujahr und Laufleistung einen guten Karosseriezustand auf. Die Lackierung war immer dick und strapazierfähig, der Rostschutz gut. Anders als bei vielen anderen Autos wird beim Saab 900 Rost häufig zuerst ein Schönheitsproblem, bevor es wirkliche Schwierigkeiten bei der Hauptuntersuchung gibt. Beifahrerseitig ist es der Batteriebereich, der des öfteren säurebedingte Korrosion zeigt.
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Vernachlässigung und Unfallschäden können jedoch zu Rostnestern führen. |
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Heir gut zu sehen ein kleiner unfallschaden am vorderen Kotflügel, der von aussen gemacht wurde und von innen weiter rostet. Gilt für die Radläufe vorne nud hinten. |
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Die häufigsten Roststellen sind die vorderen Türen, |
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Immer unter den Türgummi nach rost ausschau halten |
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besonders an der Faherertür |
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Oft sitzen die Seitenteile nicht richtig |
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Rost an der Motorhaube an den Neitstellen und im vorderen bereich, |
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Rost am Tankdeckel innen, |
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Anfällig für Rost sind auch die Falze beim Coupe oberhalb der Rücklichter |
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Beim Saab 900 Cabrio sind oft die Dichtungen an den Rücklichtern der grund für Wassereinbruch und rost im bereich des Kofferraumbodens. Heir hilt oft ein wenig schwarzes Silikon. |
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Der Bereich des Antriebswellentunnels an der Vorderachse. Die Wellentunnel sind Öffnungen in den vorderen Radhäusern, in denen die Antriebwellen rotieren, von unten oder bei abgenommenen Rädern lassen sie sich leicht inspizieren. |
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Bei Instandsetzung von rostschäden im Bereich des Antriebswellentunnels muß der untere Achsträger und die Antriebswelle entfernt werden. Tip: Unter Technik die neue Fotoserie Reparatur des Antriebswellentunnel |
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Hier die sicht von oben. Trotz der offensichtlichen Solidität des Saab 900 sollte der Boden-Check fester Bestandteil des Prüfprogramms sein. |
Besonderheiten und Schwachstellen
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Defekte an der Servolenkung resultieren in schwergängigen oder zähen Reaktionen nach dem Kaltstart. Der Behälter sollte sauberes Öl aufweisen, nicht dicke schwarze Brühe. |
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Die Schäuche und die Lenkung selbst sind gerne undicht. Kostenpunkt für ein neues Lenkgetriebe liegt bei etwa 650 Euro ohne Einbau. |
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Von oben sichtbar das Kreutzgelenk der Lenksäule, manchmal schwergänig. |
Der Auspuff ist mittlerweile im Zubehörhandel recht günstig zu bekommen, hält dafür aber auch nur noch so lange wie der von anderen Fabrikaten - 2 bis 4 Jahre je nach Einsatz. Frühere Saab-Originalauspüffe waren langlebiger. Gelegentlich bilden sich Risse im Auspuffkrümmer, vor allem bei den Turbomotoren und seltener bei den 900i 16V. Früh genug entdeckt, kann man versuchen zu schweißen, denn ein neues Teil kostet bei Saab für den Turbo etwa 450 Euro, bei unabhängigen Teilehändlern etwa 300 Euro.
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Fährt der Saab schwammig oder gibt es Knackgeräusche aus dem Bereich der Vorderachse, sind wie bei vielen anderen Autos auch die Traggelenke oder Spurstangenköpfe defekt. Der Austausch ist einfach, die Gelenke recht preiswert. Trotzdem sollte man diese Geräusche nicht auf die leichte Schulter nehmen - andere Geräuschquellen sind die Radlager oder die inneren Gummilager der Querlenker. |
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Der Saab 900 hat vorne oben und unten identische Traggelenke, die sich auch ohne Spannvorrichtung für die Schraubenfedern austauschen lassen. Verschleiß an ihnen, den Spurstangenköpfen oder Stabi-Buchsen äußert sich in dem altbekannten Rumpeln und Klappern bei Kurvenfahrt und schlechter Wegstrecke. |
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Offene Gelenkwellenmanschtten sind keine seltenheit, der austausch ist nicht problematisch aber meist sind die Gelenkwellen bereits in mitleidenschaft gezogen. Achtung! die Gelenkwellen unterscheiden sich bei ABS-Fahrzeugen. |
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Ruckelt die Antriebseinheit unbändig im Motorraum umher, sind meistens die ölgedämpften Motorlager hinüber, im Extremfall lässt sich dann nicht mal mehr ein Gang einlegen. |
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Kontrollieren Sie Ölstand und Ölzustand, weißer Schlamm am Öldeckel weist auf Kopfdichtungsschaden, zähes unreines Öl auf mangehafte Wartung, niedrieger Ölstand auf Ölverlust. Ein Ölverbrauch ist in der regel bei keinem Saab üblich. |
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Kontollieren Sie auch Kühlflüssigkeit, die slote nicht rostig oder ölig sein und genügend Frostschutz aufweisen (Frostschtz ist auch gleichzeitig Korisionsschutz). |
Alle Motoren sollte man auf ratternde Steuerketten und laute Stößel überprüfen. Achtventilmotoren haben keinen hydraulischen Ventilspielausgleich, was gerne vergessen wird. Die Ventile müssen alle 30.000 km überprüft und gegebenenfalls eingestellt werden. Dazu muß die Nockenwelle ausgebaut und die Unterlegplättchen ausgetauscht werden - für Selbermacher ungünstig. Verschlissene Steuerketten sind schwierig auszutauschen, Saab liefert geschlossene Ketten, wozu der Motor ausgebaut werden sollte (es geht mit sehr viel Mühe und der Gefahr von Öllecks auch ohne), von anderen Zulieferern gibt es auch Ketten mit Schloß. Neben der Kette verschleißt auch der Kunststoff der Kettenführungen. Diese lassen sich ohne einen Motorausbau nicht austauschen.
Turbo oder nicht Turbo
Saab 900 Turbos können genauso langlebig sein wie die schwächeren Exemplare, verlangen dazu aber regelmäßige und umsichtige Pflege. Alle 10.000 km ein Ölwechsel mit vollsynthetischem Öl und Filterwechsel ist absolute Pflicht, soll der Lader nicht vorzeitig den Geist aufgeben. Nach hartem Einsatz (Autobahn) sollte man den Motor noch eine Minute im Stand laufen lassen, um den Lader abzukühlen. Ein kaputter Turbolader läßt sich entdecken, indem man bei warmgefahrenem Motor aus dem Leerlauf kurz das Gaspedal voll durchdrückt. Eine kleine Wolke blauer oder weißer Rauch deuten auf bevorstehende hohe Rechnungen hin. Das kann auch schon vor 100.000 Kilometern vorkommen, je nachdem wie der Turbo bisher behandelt wurde. Blauer Rauch aus dem Auspuff deutet allgemein auf teuere Defekte hin, wenn nicht der Turbo defekt ist, so ist der Zylinderkopf verschlissen und muß überholt werden. Gerne brennen auch die Zylinderkopfdichtungen durch, viele 900 haben bereits die zweite oder dritte Kopfdichtung eingebaut, sie gilt beim Saab quasi als Verschleißteil. Die Original-Elring-Dichtung hält länger als Nachfertigungen. Probleme können bei Turbos mit häufigem Tausch der Kopfdichtung entstehen. Wenn jedesmal der Zylinderkopf geplant wird, kann die Verdichtung des Motors ansteigen und thermische Probleme bereiten. Die Motoren klingeln dann bei hoher Last und niedrigen Drehzahlen. Guter Kraftstoff ist deshalb sinnvoll ist beim Turbomotor. Auch wenn der Kat-Motor für Normalbenzin ausgelegt ist, kann es sinnvoll sein, dem guten Stück Super 95 oder gar noch klopffestere Kraftstoffsorten zu gönnen.
Bremse
Die Bremssättel der Modelle bis inklusive 1987 mit Handbremse auf die Vorderachse schlagen gerne aus, was sich in einem üblen Krachen bemerkbar macht, wenn man beim Rückwärtsfahren auf die Bremse tritt oder die Handbremse zieht einseitig. Das ist aber ein kosmetischer Mangel und beeinträchtigt die Funktion und Lebensdauer der Bremse nicht. Gelegentlich stellt die Handbremse eines solchen Modells auf einer Seite die Funktion ein, dann sind neue Bremssättel fällig - das Paar kostet etwa 275 Euro von einem Saab-Teile-Versender.
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Die langlebigen und wirkungsvollen Bremsen ab Modell 1988 mit Innenbelüfteten Bremsscheiben verschleißen abhängig von der Fahrweise beim den Turbo Modellen recht zügig. Der Belag solte minimal 5mm haben. |
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Auf gradbildung der Bremsscheiben achten. Durch die termische belastung werden manche Bremsscheiben wellig, dies bemekt nam beim bremsen durch pulsieren oder rubbeln. Immerhin sind diese Teile recht preiswert. |
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Ursache für eine schwache Handbremswirkung bei modellen ab 1988 ist meist ein schwergängiger Übertragungsmechanismus an den Hinterrädern oder unsachgemäse einstellung. |
Ein schlechter Leerlauf und schwieriger Kaltstart kommt von schlechter Pflege und läßt sich oft recht preiswert beheben - auch wenn die Fehlersuche mühsam sein kann. Die Steuergeräte für die Einspritzanlage gehen dagegen selten kaputt, eher sind andere Teile der Einspritz-, Zünd- oder Ladestromanlage defekt. Viele dieser Teile kommen von Bosch und können vom Boschdienst oder über Saabteileversender günstiger bezogen werden als von Saab direkt. Außerdem gibt es ein gutes Gebrauchtteilebackup für Saab-Fahrzeuge. Bevor man etwas kauft, sollte man einen Quercheck mit einem als funktionierend bekannten Teil unternehmen, um sich wegen der Fehlerquelle sicher zu sein.
Elektik
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Bei der Elektik gibt es in der Regel keine besoneren Probleme manchmal leutet die ABS oder Airbag oder Check Engine Leuchte hier liegt im jeweiligen System ein Fehler vor, der Aufwa nd zur Behebung kann sehr unterscidlich sein. Tip einige Zeit nach Starten des Motors oder einschalten der Zündung müssen alle Kontrollampen ausgehen. |
Bosch oder Lucas-Einsptzung

Ein schlechter Leerlauf und schwieriger Kaltstart kommt von schlechter Pflege und läßt sich oft recht preiswert beheben - auch wenn die Fehlersuche mühsam sein kann. Die Steuergeräte für die Einspritzanlage gehen dagegen selten kaputt, eher sind andere Teile der Einspritz-, Zünd- oder Ladestromanlage defekt. Viele dieser Teile kommen von Bosch und können vom Boschdienst oder über Saabteileversender günstiger bezogen werden als von Saab direkt. Außerdem gibt es ein gutes Gebrauchtteileangebot hier im forum für Saab-Fahrzeuge. Bei den Lucas-Teilen sieht es mit der Ersatzteilversorgung etwas schlechter aus, aber in der Regel ist sie genauso zuverlässig wie die von Bosch. Die Lucaseinspritzung (CU14) wurde nur in den Softturbo 104 kw /Vollturo Versionen von 1990 bis 1994 verbaut. In den 16V Sauger wurden generell die Bosch HL-Jettronik verbaut. Ich halte die Bosch-Einsptzung für etwas sparsammer. Vorteil der Lucas Einspritzung, es gab nur ein Steurgerät mit Kat und eines ohne, bei Bosch gab es eine vielzahl von Steuergreräten.
Zündschloß

Der Saab 900 hat kein Lekradschloß ader eine Getriegesperre, wenn der Rückwertsgang eingelegt ist und der Schlüssel aus dem Schloß gezogen wurde, darf sich der Gang nicht wechseln oder Herausnehmen lassen. Das Zündschloß zwischen den Vordersitzen ist etwas hakelig und bei ganz alten 900 sind sie manchmal so ausgeschlagen, daß es egal ist, welchen Schlüssel man reinsteckt: Sie lassen sich mit jedem herumdrehen. Wenn sich der Rückwärtsgang nur noch schwer herausnehmen läßt, ist der Rückwärtsgang-Sperrring des Schalthebels verschlissen.
Klimaanlage

Ein gesuchtes Extra ist die Klimaanlage. Diese sollte funktionieren, falls sie es nicht tut, muß man mit Reparaturen zwischen 200 (kleiner Klimaservice) und 800-900 Euro (neu: Kompressor, Schläuche, Kondensor und Filtertrockner) rechnen. Günstig ist, wenn die Anlage schon auf R134a umgerüstet wurde, denn dann kann ein Service der Anlage einfacher stattfinden. Zur Bauzeit des Saab 900 gab es aber ausschließlich R12-Anlagen. Auch die Klimaanlage läßt sich recht einfach nachrüsten oder auf R134a umrüsten. Siehe auch unter
Klimaanlage nachrüsten.
Schiebedach
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Das elektrische Schiebedach ist relativ langsam und der Motor (im Kofferraum rechts neben dem Reserverad) fällt in seltenen Fällen aus. Fast besser ist das mechanische Schiebedach, das sich mit einer Handbewegung auf- und zuwerfen läßt. Die große Luke, die durchs Schiebedach geöffnet wird, sitzt vergleichsweise weit vorne und sorgt für ein sehr angenehmes, fast cabrioartiges Frischluftgefühl ein Tip für den Genießer unter den Saab 900 Freunden. |
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Das nachrüsten eines Schiebedachs ist nicht möglich. Auch hier auf rotst unter den Gummis und den Wasserabläufen achten. |
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Nicht selten ist der Kilometerstand nur bedingt nachvollziehbar. Der Zustand des Autos und die Kilometer auf dem Tacho sollten also zusammenpassen. Auch das zeigt, daß man auf alte Rechnungen und Scheckhefte wert legen sollte, denn nur so kann man sich ein Bild machen, was es sich mit dem jeweiligen Auto auf sich hat und ob seine Geschichte glaubwürdig und nachvollziehbar ist. |
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Gut sichtbar sind hohe fahrleistungen auch an kleinigkeiten wie den Scheinwefergläsern oder abnutzung an den Schaltern. |
Cabrio Verdeck
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Beim Cabrio sollte das Verdeck rißfrei und ohne abgeschabte Stellen und bleibende Knicke sein. |
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Das Verdeck selbst ist bei darauf spezialisierten Betrieben (Autosattler) wesentlich billiger als von Saab direkt. Man sollte aber im Ersatzfalle auch die vom Werk verbaute "Sonnenland"-Stoffqualität wieder verwenden, denn das gut passende und dichte Verdeck ist der große Vorzug dieses offenen Autos aus dem Norden. |
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Außerdem löst sich oft die Verklebung der Glasheckscheibe mit dem Verdeck, das kann ein Sattler mit Spezialkleber und Ätzflüssigkeit zum Anrauhen der Scheibe jedoch wieder reparieren. |
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Die PVC-Keder oberhalb der Seitenscheiben zeigten sich oft rissig. |
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Die Verdeckmechanik solte leichtgänig und nicht rostig sein. |
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Auf dichtheit am Fensterspalt und Rost an der Fensterleiste achten. |
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Oft sind die Gummispoiler von der Sonne ausgeblichen und porös. |
Cabrio Verdeck-Hydraulik
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Die serienmäßige Verdeckhydraulik braucht nur kurze Zeit, das Verdeck hin- und herzufahren, laut krachende Geräusche aus dem Verdeckgestänge sind verdächtig. Ersatzteile für Gestänge, Hydraulik und Dichtleisten sind extrem teuer, daher darf man Defekte nicht unterbewerten. |
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Undichte Hydraulikzylinder lassen sich durch tausch der O-Ringdichtungen meist wieder dichten. Tip zum Hydraulikzylinder unter .
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Starke Gebrauchsspuren an den Aufnahmen der Schließhaken zeugen von etwas lieblosen Umgang mit dem Auto. |
Fazit
Einen guterhaltenen Saab 900 zu bekommen wird immer schwiriger. Mit Mängeln oder hohen Laufleistungen und Rost muß man rechnen. Das wichtigste ist aber eine weitgehed intakte Karosserie da Technische mängel einfacher zu beheben sind als Rost oder schlecht reparierte Unfallschäden. Farbe, Ausstattung, und Motorisierung sind geschmacksache. Lederausstattung und Klimaanlage sind auch Nachrüstbar das Schiebedach nicht wirklich. Guterhaltene Saab 900 turbo Coupes sind wesendlich schwieriger zu bekommen als Cabrios.
Kaufen
- Saab 900 mit guterhaltener Karosserie
- Gepflegte Turbo Cabrios zu vernünftigen Preisen - als Sommer- und Spaßautos mit geringem Wertverlust
- Fünftürige 900i 16V - als belastbare, vielseitige Familienkutsche
- Turbo 16 S mit Leder und Klima - das Kultauto von Saab
- Andere 900 mit hoher Laufleistung, wenigen Besitzern und regelmäßiger Scheckheftwartung - für Individualisten, die wenig Geld investieren wollen, das eine oder andere selbst machen können und auch etwas Risiko nicht scheuen.
Vermeiden
- Ungepflegte Autos und solche mit verdächtig niedrigem Kilometerstand - Vorsicht Falle !
- schlecht behobene Unfallschäden mit erkennbarer Rostbildung - Karosseriearbeit ist teuer
- Verheizte Turbos - Turbomechanik ist auch nicht billiger
- Verbrauchte Cabrios zu Mondpreisen - Cabriospezifische Teile sind teuer
- Automatik - macht das Auto temperamentlos und durstig, auch nicht haltbarer als die Schaltgetriebe, schlechter Wiederverkauf
© von Knud Dobberke und Hartmut Lehmann
Bitte sendet Eure Kaufberatungs-Tips als e-mail text auch mit Fotos an beratung-Tips@forum-auto.de
Danke an alle Autoren das forum-autoTeam

Kaufberatung für Saab 900 II ab Bj 1993
von Axel Bienhaus aibienhaus@freenet.de
Der 900 II ist für viele Saabpuristen gar kein richtiger 900er. Der 1993 präsentierte Schwede war nämlich die erste Neuerscheinung nach vollzogener Auto-Ehe von Saab und General Motors. Die Amerikaner hatten 1990 zunächst 50% der Anteile an Saab übernommen und zur Sanierung der angeschlagenen Marke auf Synergien bei der Enticklung und Produktion des neuen 900 gesetzt.
Entsprechend bediente man sich im Opel-Baukasten. Fahrwerksteile aus Calibra und Astra sowie der komplette V6-Motor stammten von den Rüsselsheimer Konzernbrüdern. Dennoch behielt der 900 II die typische Saabdesignlinie. Er war bis zum Sommer 2002 (zuletzt als 9-3) nur als zwei- und viertüriges Kombicoupe sowie als Cabrio erhältlich.
Mit dem Erscheinen des neuen 9-3 als Stufenheckauto, gewinnt der 900 II / 9-3 I nachträglich an Statur, denn mit Ihm endet die 1973 mit dem 99 Kombicoupe begonnene Designlinie der Kombicoupes. Grund genug, auch dem 900 II eine kurze Kaufberatung zu widmen, die auf der Zusammenstellung von Artikeln in Fachzeitschriften basiert.
Allgemein
Der 900 II hatte zu Produktionsbegnn heftig mit Qualitätsproblemen zu kämpfen. Dies betrifft zwar im wesentlichen nur den optischen und akustischen Eindruck (Spaltmasse und diverse Knarzgeräusche), aber auch Wassereinbrüche gehörten zu den Problemen der ersten Baujahre. Die kontinuierliche Modellpflege machte den 900 II von Jahr zu Jahr besser, deshalb sind jüngere Modelle älteren vorzuziehen. Ein ganzes Paket von Verbesserungen floß bei der Umstellung vom 900 auf den 9-3 ein. Wer also auf das 900er-Typenschild verzichten und den etwas klobigen Kühlergrill verschmerzen kann, bekommt mit dem 9-3 ein nochmal verbessertes Auto (mit einer gefälligeren Heckansicht).
Karosserie
Hier ist eigentlich alles ok. Rost ist kein Thema. Platz hat der 900 II in Hülle und Fülle, dank der zwar gegenüber dem 900 I reduzierten aber immer noch großen Karosserieüberhänge und der quer eingebauten Maschine. Gegenüber dem 900 I stehen Front- und Heckscheibe deutlich flacher und sind größer. Das führt zu einer harmonischen Linienführung und besserer Aerodynamik, sorgt aber im Gegenzug für eine rekordverdächtige Innenraumaufheizung. Die Klimaanlage ist daher Pflicht, das Schiebedach alleine reicht im Sommer nicht aus.
Technik
Die Technik ist beim 900 II saabtypisch robust. Die Maschinen sind für hohe Laufleistungen gut und dürfen in der Regel mit 100.000 km als gerade eingefahren gelten. Schon der kleine Vierzylinder ist eine aufwändige Konstruktion mit Vierventilzylinderkopf und gegenläufigen Ausgleichswellen, der größere 2,3-Liter-Sauger kann alles noch ein bißchen besser, nimmt sich bei unwesentlich besseren Fahrleistungen aber auch mehr Sprit (ca. 1-1,5 Liter/100 km). Dem V6 haftete von Beginn an der Opel-Malus an. Obwohl die Maschine seinerzeit als gelungene Konstruktion galt, wurde sie von der Saabgemeinde nicht angenommen und schnell wieder aus dem Programm gestrichen. Sie spielt daher nur eine Nebenrolle im Gebrauchtwagenangebot. Entsprechend günstig sind im Vergleich zu den übrigen Versionen die Preise. Der V6 ist übrigens die einzige motorische GM-Leihgabe, der Rest sind echte Saabmotoren.
Dazu gehören natürlich auch die Turbos, anfangs mit 185 PS im Programm, später zusätzlich als Softturbo (ca. 154 PS), als Aero (205 PS) und als Viggen (230 PS). Auch diese Motoren sind robust, der Turbo stellt aber naturgemäß eine zusätzliche potentielle Defektquelle dar. Blauer Rauch aus dem Auspuff kündet von beginnenden Problemen. Zudem werden die Turbos entsprechend ihrer Bestimmung gerne schnell bewegt, die Maschinen damit (auch thermisch) stärker belastet. Der ADAC stellte daher eine Häufung von Kolbenfressern bei den Turbos im Vergleich zu den Saugern fest. Wer aber ein werkstattgepflegtes Auto mit einer überschaubaren Anzahl von Vorbesitzern wählt, kommt auch mit dem Turbo gut klar und bekommt hier natürlich Fahrspaß der Extraklasse.
Den Bärenkräften gerade der starken Motoren müssen auch Getriebe, Antriebswellen und Kupplung gelegentlich Tribut zollen. Hier sollte man genauer hinschauen. Allen Motoren gemeinsam ist ein Hang zum Ölverlust, daher muß der Ölstand regelmäßig kontrolliert werden. Saabuntypisch wenig rostresistent zeigen sich die Auspuffanlagen der frühen Modelle.
Vielfach als Fehlerquelle benannt wird auch die Elektrik, speziell die Beleuchtungsanlage, die Wegfahrsperre und die Zentralverriegelung.
Innenraum
Der 900 II verströmt im Innenraum typisches Saabflair, von GM ist nichts zu spüren (abgesehen von der Opel-Fernbedienung für die Zentralverriegelung). Der Zündschlüssel sitzt da wo er hingehört, die Armaturen erinnern deutlich an den 900 I. Wer die Wahl hat, sollte Autos mit Original-Radio vorziehen, denn nur die passen sich nahtlos in die schöne Architektur des Armaturenbretts ein. Fremdgeräte wirken hier etwas störend und der Klang der Saabanlagen ist ok. Die Klimaanlage muß sein, will man im Sommer nicht Innentemperaturen um die 60 Grad haben.
Kosten
Die Preise für frühe 900 II bewegen sich teilweise unter denen vergleichbarer 900 I, möglicherweise ändert sich das durch das Erscheinen des neuen 9-3. Wartung bei Vertragswerkstätten und Originalteile gehen ordentlich ins Geld, da helfen auch die langen Wartungsintervalle von 20.000 km wenig. Daher sollte man im Zweifelsfall das bessere Auto kaufen und sich damit die eine oder andere Reparatur sparen. Die kleinen Maschinen sind in der Versicherung recht preiswert, bei den Turbos muß man einen kleinen PS-Zuschlag einkalkulieren.
Ölschlammbildung und Wartunginterwalle
Die wartungsinterwalle von 20.000 km sind viel zu lang und führen oft zur Ölschlammbildung und so zu Motorschäden ein problem das man beim Saab 900 I nicht kannte.
Es ist rahtsam genau hin zu hören ob sich da bereits ein lagerschaden ankündigt, wenn ja finger weg. Die Motoren der Familie III
(B205/B235) ab ca Bj 2000 haben teilweise ohnehinn ein problem Ölschlammbildung und / oder abnormaler Verschleiss der Motorsteuer- resp. -ausgleichskette.
Betroffene Fahrzeuge und Motoren:
9-5 MY98 MY03,
B205 / B235 9-3 MY00 MY03
B205 / B235 9-3 MY99 Viggen.
Diese schäden wurden teilweise von Saab übernommen. Es ist rahtsam auch bei nichtbetroffenen fahrzeugen die Ölwanne abschrauben zu lassen und Ölansaugsieb und Wanne reinigen zulassen dies gillt auch für den Saab 9000. Um überhaupt auf die hohen laufleistungen von den Saab 900 I zu kommen ist ein ölwechselintervall von 10.000 km zu enpfehlen.

Ölwanne vom B204 mit Ölschlamm

Ölsieb mit partileln zugesetzt

